EVANGELISCHE KIRCHE IN HALLE-NEUSTADT, NIETLEBEN,
ANGERSDORF UND ZSCHERBEN

Angersdorf

 Kirche Angersdorf

Zur Geschichte der Angersdorfer Kirche

Die Dorfkirche in Angersdorf (Schlettau) ist ein einschiffiger Bruchsteinbau mit flachem dreiseitigem Ostschluss und Westquerturm. Laut Dehio, Akademie-Verlag Berlin 1976 ist sie im Kern romanisch und wurde 1708 erneuert. Insbesondere der Turm mit seinen romanischen Schallarkaden mit Würfelkapitellen und die südliche rundbogige Pforte weisen auf eine Entstehungszeit in der 2. Hälfte des 12. Jh. hin.

Neuere Untersuchungen (D. Höhne, Dorfkirchen, Bd. 3, S. 97) belegen jedoch, dass es sich um einen kompletten Neubau aus dem Jahr 1708 handelt. Dabei wurden einzelne Bauteile, wie die Gewändesteine des Südportals und die alten romanischen Türbeschläge wieder verwendet. Nach einem Brand vom 31.3.1750, der Kirche, Pfarre, Schule und fast das ganze Dorf vernichtete, wurde die Kirche 1756 restauriert. Innen hat die Kirche eine verputzte Muldendecke und eine Hufeisenempore. Der hölzerne Kanzelaltar stammt aus dem Jahr 1666, die Predella ziert ein Abendmahlsgemälde. An der Kanzel sind Evangelistenbilder, im Aufsatz ein Auferstehungsbild. Der Orgelprospekt stammt aus dem Jahr 1810/20. Die Orgel selbst wurde 1841 von Friedrich Wilhelm Wäldner (1785-1852) erbaut.

Bei der ersten urkundlichen Erwähnung der Ortsteile Sletowe (Schlettau) und Czantmersdorf (Angersdorf) vom 4. Januar 1347 lagen Sletowe und Czantmersdorf im Burgward von Hunleve (Holleben). Sletowe ist slawischen Ursprungs und musste 1939 dem germanischen Angersdorf weichen.

Die Lage des einstigen Czantmersdorf dürfte vermutlich mit dem Ortsteil identisch sein, den man noch heute Altangersdorf nennt. Diese Vermutung gründet sich auf eine im 15./16. Jahrhundert nachweisbare Trennung von Angersdorf und Schlettau hinsichtlich der Gerichtsbarkeit. Schlettau unterstand dem Rittergut Beuchlitz, Angersdorf dem Rittergut Passendorf. Kirchlich war Schlettau die mater (Hauptkirche), Angersdorf und Passendorf waren Filialkirchen.

Um die Kirche finden sich Reste des alten Friedhofes mit reich geschmückten Grabsteinen aus der Barockzeit.

Zum kirchlichen Leben

Die Kirchengemeinde Angersdorf läd in der Regel einmal im Monat und an hohen Feiertagen zum Gottesdienst ein. Höhepunkte sind das Erntedankfest mit Gottesdienst und Konzert in der festlich und liebevoll geschmückten Kirche sowie ein Konzert in der Adventszeit.

In der kalten Jahreszeit trifft sich die Gemeinde in der Winterkirche, dem ausgebauten Stallgebäude des Pfarrhauses. Dort finden auch die monatlichen Treffen des Frauenkreises statt (in der Regel am zweiten Dienstag im Monat).

Seit mehr als 25 Jahren besteht ein enger partnerschaftlicher Kontakt zur Friedenskirchengemeinde in Mönchengladbach.

Seit 2003 wird die Kirchengemeinde Angersdorf vom Pfarrbereich Halle-Neustadt und Nietleben verwaltet.


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