EVANGELISCHE KIRCHE IN HALLE-NEUSTADT, NIETLEBEN,
ANGERSDORF UND ZSCHERBEN

Zur Geschichte der Zscherbener Kirche

 Kirche Zscherben

Weithin leuchtet der frisch restaurierte Kirchturm mit seiner barocken Haube und aufgesetztem Zwiebeldach aus Schiefer. Der gedrungene, quadratische Turm stammt aus den Anfängen des 18. Jahrhunderts. Die Zahl 1713 über der Eingangstür verweist auf den Anbau an das Kirchenschiff. Die Kirche, oder besser ihre hölzerne Vorgängerin, stammt aus dem 11. Jahrhundert. Ursprünglich gründeten Mönche aus dem berühmten Memleber Kloster Kirche und Klosterhof in der alten wendischen Siedlung Scirbina (981 Crimini, später Sdrewin, Zerbin, Scherbin, schließlich Zscherben). Der Kirchenheilige ist St. Cyriacus.

Das ziegelgedeckte Kirchenschiff weist Elemente der Gotik, des Barock und des 19. Jahrhunderts auf. Drei raumhohe Fenster mit spätgotischem Masswerk an der Nordseite des Schiffes lassen vermuten, dass die Kirche ursprünglich keinen Turm hatte. An der Südwestecke des Kirchenschiffes ist der Reiterstein eingemauert. Das Relief ist älter als die Kirche und stammt vermutlich aus romanischer Zeit. Die Arbeit erinnert an die berühmten Reliefs an der Kirche von Müllerdorf, die einen slawischei Götzen Lubben (Bjelborg) darstellen sollen. Das Kircheninnere wird nach oben von einem Tonnengewölbe abgeschlossen. Ringsum läuft eine hölzerne, teilweise zweistöckige Empore, die im Osten in den Kanzelaltar einmündet. Der barocke Kanzelaufbau ist heterogen zusammengestellt. Aus spätgotischer Zeit stammen Gemälde, Holzfiguren und Evangelisten, die zur Zeit in die Marienbibliothek der Marktkirchengemeinde Halle ausgelagert sind. Die Brüstungsfelder der Emporen sind mit 21 Darstellungen aus der Passion Jesu verziert - zwei Felder gingen verloren. An den Längswänden der Kirche zeigen spätgotische Tafelbilder acht Heilige, darunter Jungfrau Maria, Magdalena mit der Salbbüchse, Margarete mit dem Drachen und Nikolaus mit der Kerze (jetzt ebenfalls in der Marienbibliothek Halle). Das feststehende Gestühl stammt vermutlich aus der Zeit nach 1750, als Zscherben durch eine Feuersbrunst zum größten Teil zerstört wurde. Eine 1861 von Wäldler eingebaute Orgel ist heute nicht mehr spielbar. Der nach 300 Jahren von Christoph Weihe restaurierte Taufstein aus dem Jahr 1696 bildet das Zentrum des Altarraums. Rund um die Kirche finden sich Reste des alten Friedhofes mit Grabsteinen aus der Barockzeit. Die evangelische Kirchengemeinde Zscherben hat sich der Erhaltung der Kirche angenommen - als Baudenkmal und als optisches und lebensnahes Zentrum für die Menschen im Dorf.

Wenn auch Sie zur Restaurierung der Zscherbener Kirche beitragen wollen, bitten wir Sie um Ihre Spende auf das Spendenkonto der Ev. Kirchengemeinde Zscherben bei der Bank für Kirche und Diakonie, BLZ: 350 601 89, Konto-Nr.: 1566 205 013. Bitte Verwendungszweck angeben.


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